Es mag etwas paradox klingen, wenn man einen stromhungrigen Heizlüfter zum Energiesparen einsetzen will.
Um Energie zu sparen, ist die Heizungsanlage im Sommer komplett abgeschaltet. Sobald die Heizperiode beginnt, setzen wir den Kessel wieder in Betrieb und heizen dann auch dann nur zu bestimmten Zeiten. Dann dienen vereinzelt Heizlüfter dazu, um z.B. das Bad nach dem Duschen schneller zu trocknen oder Räume gezielt kurzzeitig zu beheizen, ohne die gesamte Heizungsanlage dauerhaft auf Temperatur bringen zu müssen. Das dient nicht nur dem Komfort, sondern auch gleichzeitig der Vorbeugung von Schimmel. Denn leider führen niedrigere Heiztemperaturen bei unserem etwas älteren Mietshaus dazu, dass sich in der Vergangenheit durch Kondenswasser vereinzelt Schimmel an einigen Ecken der Außenwände gebildet hat. Wichtig ist hier die richtige Mischung aus Heizen, Lüften und bei Bedarf zusätzlichem Entfeuchten, damit das Energiesparen nicht zum Schimmelproblem wird. Die ideale Balance haben wir noch nicht gefunden, aber wir kommen ihr näher. Mit dem Heizlüfter lassen sich so auch gezielt bzw. periodisch nach Bedarf bestimmte Ecken erwärmen und belüften, die sich in der Vergangenheit als Problemzonen erwiesen haben. Zwar ist elektrisches Heizen teurer, aber für den (sehr) kurzzeitigen und gezielten Einsatz ist dies deutlich günstiger, als dauerhaft die Temperaturen im Haus zu erhöhen. Die Heizungsanlage kann länger aus bleiben, da man in den Übergangszeiten mit dem Heizlüfter aufheizen kann.
Der hier rezensierte Heizlüfter vereint dabei einige Vorteile:
– er ist extrem mobil
– genau einstellbare Temperaturstufen (15-34 Grad Celsius)
– Schwenkfunktion
– Kippschutz
– Timer (1-12h)
Dazu ist er erfreulicherweise zusätzlich fernbedienbar. Die Batterien (2x AAA) bzw. Akkus werden leider nicht mitgeliefert.
Die Bedienungsanleitung beinhaltet auch deutsche Sprache, ist aber teilweise schwer verständlich und hat bei diesem Produkt mit Abstand das höchste Optimierungspotential. Wer Englisch beherrscht, liest besser die englische Anleitung.
Der Heizlüfter an sich funktioniert sehr gut. Die Heizstufen werden in wenigen Sekunden erreicht und lassen sich bequem einstellen. Der Kippschutz funktioniert tatsächlich. Wichtig zu wissen ist, dass der Kippschutz zunächst nur das Heizelement abschaltet. Der Lüfter läuft noch 30 Sekunden weiter. Sehr durchdacht. Weniger durchdacht ist, dass der Kippschutz erst bei nahezu horizontaler Lage des Lüfters reagiert. Kippt der Lüfter nur teilweise, bleibt der Heizlüfter im Betrieb. Das sollte beim Einsatz bedacht werden.
Der Lüfter selbst ist laufruhig und relativ leise (aber nicht flüsterleise).
Von mir 5 Sterne für den Heizlüfter unter Berücksichtigung des aktuellen Preis-Leistungsverhältnisses von 50 Euro.
Generell zum Einsparen von Heizkosten (bei Gas + Heizkörpern in älteren Gebäuden/Wohnungen):
Es lohnt sich, verschiedene Methoden zu testen, um Heizkosten zu sparen. Allerdings ist das abhängig von der Art der Heizungsanlage und dem Haus (Wärmedämmung). Experimentieren und regelmäßig den Gasverbrauch zu prüfen hilft, die optimale Einstellung zu finden.
Bei einer Gastherme (Durchlauferhitzung) in einer älteren Wohnung lohnt es sich nach meiner Erfahrung, die sogenannte Vorlauftemperatur auf einen relativ niedrigen Wert einzustellen (40-50 Grad). Der Grund: Gerade in alten Wohnungen sind die Rohre relativ schlecht isoliert und heißes Wasser in den Rohren entlädt die Wärme dort, wo sie eigentlich nicht benötigt wird. Hier ist es günstiger, die Heizkörper nur mit so heißem Wasser zu befüllen, wie es für eine angenehme Raumtemperatur erforderlich ist. Die Thermostatventile dürfen hier bei Bedarf ruhig etwas weiter aufgedreht sein – durch die niedrigere Wassertemperatur wird die Wärme bevorzugt in den Heizkörpern abgegeben und staut sich nicht wie bei hohen Vorlauftemperaturen in den Rohren vor der Heizung auf, wo ein großer Teil der Wärme heißen Wassers ungenutzt verloren geht. Aus meiner Erfahrung heraus konnten bei mir durchaus 30% Heizkosten ohne Komfortverlust eingespart werden.
Wichtig: Heizungskreislauf und Kreislauf für Duschwasser sollten getrennt sein. Ansonsten besteht die (seltene) Gefahr, dass sich im warmen Wasser Legionellen bilden können.
Die oben beschriebene Methode funktioniert allerdings leider nicht bei Gasheizungen, bei denen die Vorlauftemperatur nicht einstellbar ist. (Hier ist Vorlauftemperatur und Kesseltemperatur/Vorratsspeicher zu unterscheiden). Hier hilft nur die Intervallmethode. Bei uns ist der Heizkessel dabei so eingestellt, dass er nur aufheizt, wenn das Hausthermostat anspringt. Dazu haben wir feste Zeiten eingestellt. Effekt: Dadurch, dass der Kessel nicht 24 Stunden aufgeheizt wird, wird Energie gespart. Ferner ist die Heizung nur an, wenn jemand zuhause ist bzw. auch in Abwesenheit eine bestimmte Raumtemperatur unterschritten wird (zur Vermeidung von Schimmelbildung).
Die Intervallmethode lässt sich natürlich mit der Methode bezüglich Vorlauftemperatur kombinieren.
Bei Fußbodenheizungen gelten andere Regeln. Hier kann ich leider keine Spartipps beisteuern.
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